Rosberg hängt Schumacher bei Trainingsläufen ab
Nico Rosberg hat am Freitag zum Auftakt der Formel-1-Saison ein Zeichen gesetzt. Ausgerechnet der Teamkollege von Rekordweltmeister Michael Schumacher drehte bei dessen Rückkehr im freien Training für den Grand Prix von Bahrain die schnellste Runde. In 1:55,409 Minuten verwies Rosberg seinen deutschen Landsmann im Mercedes um knapp fünf Zehntel auf Platz drei.
Die Show vermochte der um 17 Jahre jüngere und sieben WM-Titel ärmere Rosberg Schumacher natürlich trotzdem nicht zu stehlen. Das Gedränge um den 41-jährigen Rückkehrer in Sakhir war gigantisch. "Es sieht nicht so schlecht für uns aus", meinte Schumacher, der die Erwartungen zuletzt noch gedämpft hatte. "Auf eine Runde fehlt mir aber noch ein bisschen die Routine."
Schumacher: "Das bekomme ich hin"
Damit begründete der 91-fache Grand-Prix-Sieger auch den Rückstand auf seinen Teamkollegen. "Ich weiß genau, wo ich mich verbessern muss. Das bekomme ich hin. Auf längere Distanz sind wir identisch", versicherte Schumacher. Rosberg war schon am Vormittag schneller gewesen als er, am Nachmittag stellte der Youngster den Speed des neuen Silberpfeils dann eindrucksvoll unter Beweis.
"Es gibt immer noch genügend Bereiche, in denen wir uns verbessern können", betonte Rosberg. Die Freitagszeiten dürfen wegen unterschiedlicher Spritmengen - Nachtanken ist im Rennen künftig verboten - zudem nicht überbewertet werden. Einen starken Eindruck hinterließ auch der Mercedes-Kunde McLaren mit den Plätzen zwei und vier durch Lewis Hamilton und Jenson Button.
Vettel hat mit Bremsproblemen zu kämpfen
Red-Bull-Jungstar Sebastian Vettel fuhr 1,05 Sekunden hinter Rosberg auf Platz fünf. Wirklich zufrieden wirkte der Vizeweltmeister aber nicht, hatte er doch mit anhaltenden Bremsproblemen zu kämpfen. "Das ist kein gutes Gefühl", gestand der 22-Jährige. Mark Webber hatte ebenfalls technische Probleme, kam mit mehr als fünf Sekunden Rückstand nicht über Rang 17 hinaus.
Aus der Ruhe wollte sich dadurch im Bullen-Lager niemand bringen lassen. "Wir sind zwar bei weitem noch nicht dort, wo wir mit dem Auto sein könnten. Aber wir machen uns keine Sorgen", sagte Motorsportchef Helmut Marko. Ein Fehler habe Vettel in seiner schnellsten Runde zumindest eine halbe Sekunde gekostet. "Sonst wäre er von den Zeiten her sehr gut dabei gewesen."
Sehr rutschige Strecke
Mit Abstimmungsschwierigkeiten hatten auf der durch den Wüstensand sehr rutschigen Strecke fast alle Piloten zu kämpfen. WM-Favorit Fernando Alonso kam im Ferrari auf die Ränge zwei und neun, sein Teamkollege Felipe Massa beim Comeback nach schwerem Unfall auf vier und sieben. Am Vormittag war überraschend der Deutsche Adrian Sutil im Force India in 1:56,583 der Schnellste gewesen.
Unterschiedlich lief es für die neuen Teams. Während sich Lotus und Virgin mit knapp fünf bzw. sechs Sekunden Rückstand zumindest als standfest erwiesen, beendete Bruno Senna den ersten Tag nicht. Der Hispania-Bolide des Weltmeister-Neffen hatte kurz vor Schluss bei zwölf Sekunden Rückstand eine Radmutter verloren. Teamkollege Karun Chandhok war nicht einmal aus der Box gefahren.
(12 Mar 2010)
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